Aus dem Leben eines schlichten Steyler Klosterbruders, der auf wundersame Weise zum Werkzeug Gottes wurde

Bruder Josef Kostka SVD



Zwei Jahre im  Missionshaus  St. Arnold  1944-1946


Das Missionshaus St.Arnold

     Nach dem ersten Weltkrieg und dem Verlust der Kolonien hatten die Steyler auch das Missionsgebiet Togo in Afrika aufgeben müssen. Die Missionare aus Togo waren anfänglich im Kloster (Schloss) Bentlage untergebracht,  auf der Suche nach einem geeigneten Gelände für ein neu zu errichtendes Missionshaus im Münsterland entschied man sich nach längerer Suche für "Neuenkirchen-Land", wo man in unmittelbarer Nähe einer Bahnstation  durch die  Stiftung eines frommen Gastwirts Grund und Boden erhielt und auch  noch dazukaufen konnte.


    Das Gelände wurde 1925 eingeebnet. 1928, am  18. Juli,  dem Tag des hl. Arnolds von Arnoldsweiler als Namenspatron des Ordensgründers, erfolgte der erste Spatenstich, am o8. September feierte man die Grundsteinlegung. 


    Die Einweihung des Hauses nahm der Bischof von Münster,

Bischof Johannes Poggenburg vor.





   Das Kloster erhielt als Schutzpatron den hl. Arnold von Arnoldsweiler, der als Musiker am Hofe Karls des Großen lebte, aber erst über 1000 Jahre später heiliggesprochen wurde.

    Auf dem Wappen von Arnoldsweiler sieht man ihn mit der Harfe, die er genau so gut gespielt haben soll wie einst König David.



    Im Jubiläumsheftchen von 1954 zum 25jährigen Jubiläum des Missionshauses St. Arnold  schrieb der Verfasser:


    "Jedes Kind muss einen Namen haben. Die Eltern geben ihrem Kind in der Tafe den Namen eines Heiligen, der dem Kind Vorbild und Beschützer sein soll. So erhalten auch die Klöster bei der Weihe den Namen eines Heiligen, er soll der Schutzpatron diese Gotteshauses  sein.

Als wir für das Missionshaus im Herzen des Münsterlandes einen Heiligen suchten, waren wir uns alle einig: St. Arnold muss es heißen!

Zwar gibt es schon unter den Heiligen der katholischen Kirche einen hl. Arnold. Er war Musiker am Hofe  Karls des Großen und ist im Jahre 843 in Arnoldsweiler bei Düren gestorben.

Bei der Namensgebung dieses Hauses dachte man aber an den kommenden hl. Arnoldus Janssen, den Priester der Diözese Münster."


(Und das 49 Jahre vor der Heiligsprechung 2003!)



    Bereits am 30. September 1929, nach einer Bauzeit von gerade 12 Monaten, zogen die ersten Missionsschüler in das Internat ein.

    Am 10. Dezember 1929 erfolgte die feierliche Einweihung durch Bischof Poogenburg.





Das Missionshaus St. Arnold

                                                - die letzte Station in seinem Leben





       Nach der Schließung der Steyler Missionshäuser in St. Wendel und Geilenkirchen durch die Nationalsozialisten musste auch Bruder Kostka 1944 Zuflucht suchen im Missionshaus St. Arnold.

    Pater Eidens, damals Hausrektor und auch als Pfarrrektor für die 1941 von Bischof Clemens August v. Galen, dem "Löwen von Münster" und späteren Kardinal,  gegründete Rektoratsgemeinde St. Arnold zuständig, hatte es durch geschickte Verhandlungen erreicht, dass das Missionshaus nicht - wie geplant - geschlossen und als NS-Lehrerbildungsstätte zweckentfremdet wurde.  Er bot es der Wehrmacht als Lazarett an, die es dann auch von 1940 bis Kriegsende und noch darüberhinaus bis 1946 als Hilfslazarett in Anspruch nahm.


    Pater Eidens wusste um die nächtlichen Gebete des Bruders. Auf die Frage einer Gläubigen, was es mit dem so stillen Bruder auf sich habe, antwortete er nur:

        " Er sieht was!"



    Bruder Kostka  muss sich hier in St. Arnold sehr wohl gefühlt haben, denn als er nach Ende des Krieges die Wahl hatte, nach St. Wendel oder Geilenkirchen zurückzukehren, entschied er sich eindeutig  für St. Arnold:


        „Hier hat es mir so gut gefallen wie in keinem anderen Haus!“






Er verstarb dort am 01. Dezember 1946,

dem ersten Adventssonntag, wenige Minuten vor Mitternacht, und fand seine letzte Ruhe auf dem Klosterfriedhof des Missionshauses St. Arnold.





Sein Totenbriefchen


R.i.P.


Im Fotoalbum des Missionshauses vermerkte der Chronist schon damals unter dem Bild seines Grabes:  "Ein heiligmäßiger Bruder"